aktuelles für verbraucher


Fehlt die Sonne, ist ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel sehr wahrscheinlich!

Nicht nur in der Herbst- und Winterzeit ist es sehr wichtig, den Körper mit ausreichend Vitamin D zu versorgen, sondern auch im Sommer, wenn die Sonne sich wenig zeigt – auch um bei guter Laune und leistungsfähig zu bleiben! Besonders chronisch Erkrankte, Schwangere, ältere Menschen, Krebspatienten, stark übergewichtige Personen und Menschen, die täglich viel Stress ausgesetzt sind, sollten auf einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel achten.
 
In Bezug auf Muskelfunktion und Knochenaufbau ist dies mittlerweile zwar anerkannt, aktuelle Studien jedoch liefern noch viel mehr Gründe für einen ausgeglichenen Vitamin D-Spiegel:
 
Vitamin D-Mangel erhöht das Risiko, an Demenz zu erkranken
Forscher der American Academy of Neurology kommen in einer internationalen Langzeitstudie mit Daten von 1.658 Patienten zu dem Ergebnis, dass Vitamin D-Mangel mit einem wesentlich erhöhten Risiko einer Demenz- und Alzheimer Erkrankung einhergeht.
So wäre es doch nur logisch, Menschen z. B. in Pflegeheimen, die so gut wie niemals dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, gut mit Vitamin D zu versorgen. Die Realität jedoch sieht ganz anders aus.
 
Ausreichender Vitamin D-Wert senkt Cholesterinspiegel
Wissenschaftler des Sunlight Research Forums zeigen in einer Beobachtungsstudie, dass ein Vitamin D-Mangel in vielen Fällen mit einem erhöhten Cholesterinspiegel und damit mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko einhergeht.
 
Hohe Vitamin D-Werte steigern die Überlebensrate bei Brustkrebs
Dies wurde eindrucksvoll von einer Forschungsgruppe der University of California/San Diego School of Medicine in einer Metastudie mit Daten von 4.443 Brustkrebspatienten aufgezeigt und in dem wissenschaftlichen Journal "Anticancer Research" veröffentlicht.
 
Vitamin D-Gaben senken die Häufigkeit saisonaler Grippe-Erkrankungen
Zu diesem Ergebnis kam eine Doppelblind-Studie aus Japan. Der Leiter einer norwegische Forschergruppe kommt nach der Auswertung seiner Studie über Grippeepidemien sogar zu dem Ergebnis: Vitamin D wirkt wie ein Antibiotikum und stärkt das Immunsystem.
Quellenangaben auf Anfrage

Warum vom Ei außer der Schale nichts übrig bleiben sollte

Was steckt in einem Hühnerei? Durchschnittlich etwa neun Gramm Eiweiß, acht Gramm Fett, lebensnotwendige Omega-3-Fettsäuren, fast alle Mineralstoffe und Vitamine mit Ausnahme von Vitamin C. Kein Wunder, dass es aus der modernen, gesundheitsbewussten Küche nicht wegzudenken ist: „Das enthaltene Nahrungsprotein ist biologisch besonders hochwertig und kann sehr gut in körpereigenes Eiweiß umgewandelt werden – notwendig für Muskelaufbau, Zellerneuerung sowie die Produktion von Enzymen und Hormonen“, so Silvia Bürkle, Ernährungswissenschaftlerin bei Metabolic Balance. „Unabhängig von saisonalen Anlässen gibt es abwechslungsreiche Gerichte mit Ei für jede Jahreszeit.“

Aufgedruckte Codes geben Aufschluss, woher Eier kommen: Die erste Ziffer verweist auf ökologische Erzeugung (0), Freiland- (1), Boden- (2) oder Käfighaltung (3). DE steht für Deutschland, die beiden nächsten Stellen markieren das Bundesland, danach folgen Betriebs- und Stallnummer. Wer noch mehr über seinen Einkauf wissen möchte, findet bei vielen Herstellern Verbraucherinformationen. Silvia Bürkle empfiehlt: „Bio-Produkte sind zwar meist teurer, dafür aber garantiert gentechnikfrei. Mittels Zufütterung von Getreide und Grünfutter legen freilaufende Hühner Eier mit höherem Omega-3-Fettsäuregehalt als jene in Käfighaltung. Dieser kann durch Leinsamen- oder Fischmehlfutter noch gesteigert werden.“ Fettähnliche Substanzen wie Cholesterin übernehmen – anders als ihr schlechter Ruf aus der Vergangenheit vermuten lässt – essentielle Aufgaben im Organismus, beispielsweise bei der Bildung von Hormonen oder Vitamin D.      

           
  Das Ende einer schönen Kindheitserinnerung – keine klebrigen Hände mehr…

 Verbraucher sind schon heute begeistert und natürlich auch die Hersteller der „eisigen Zukunft“.

Endlich keine klebrigen Hände mehr, wenn es endlich da ist:
Das Eis der Zukunft, das nicht mehr schmilzt, sondern auch bei 35 ° schön sauber im Becher oder der Tüte bleibt.

Das Protein BslA macht es möglich. Und damit haben wir wieder einen Baustein mehr, der vielleicht dafür verantwortlich ist, warum viele heute an Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien oder sonstigen unangenehmen Beschwerden leiden. Aber vielleicht sind diese kleinen Übel immer noch besser, als klebrige Hände, die wir aber noch ca 5 Jahre ertragen müssen, denn so lange soll es noch dauern bis uns das gute neue Eis der Zukunft zur Verfügung steht.

Entnommen aus: Sonntagsblitz vom 6. September 2015 – S. 14 - Verbraucher
 

Kurz darüber nachgedacht…

Verschiedene Zeitungsartikel der letzten Tage nehme ich zum Anlass, meine Gedanken dazu aufzuschreiben.
„Gefährliches Hirn-Doping für mehr Erfolg im Job“  (NN, 09.06.2015) – Schneller, höher, stärker – das sind die Ziele im Berufsleben. Der Griff zu unerlaubten Mitteln (z. B. Medikamente gegen Bluthochdruck, Alzheimer, ADHS) ist offensichtlich häufiger als angenommen. Die Angst vor schweren Nebenwirkungen nicht sehr ausgeprägt. Ein gefährlicher Weg, der auch keinen langfristigen Erfolg verspricht. Irgendwann ist der Körper ausgelaugt, kraftlos und ausgebrannt. Der coole, leistungsstarke Typ ist oft nicht einmal mehr in der Lage den kleinsten Belastungen des Alltags standzuhalten.
Ziele, die nur mit unnatürlichen Hilfsmitteln erreicht werden können keine guten Ziele sein.

Der Weg hier heraus?
Begreifen, dass wir uns es täglich schuldig sind, gut für unseren Körper und unseren Geist zu sorgen. Dann sind wir dauerhaft den Anforderungen unserer Zeit gewachsen – egal ob im Beruf oder der Familie. Vorausgesetzt wir haben uns damit auseinandergesetzt, welche Anforderungen wir erfüllen möchten, weil wir sie für sinnvoll erachten.
Die Ausbildung von Medizinstudenten (NN 12.06.2015) hat zum Ziel: Den kranke Menschen wieder gesund zu machen oder ihn so mit Medikamenten zu versorgen, dass er nichts mehr von seiner Krankheit merkt. Was denken Sie, wird heute im medizinischen Alltag mehr umgesetzt?
Es ist gefährlich eine Krankheit zu haben, von der man nichts mehr spürt. Damit sind alle natürlichen Strebungen erloschen, selbst etwas gegen diese Krankheit zu unternehmen. Eine Vielzahl unserer Zivilisationskrankheiten haben ihren Ursprung in einem falschen Umgang mit uns selbst: Falsche Ernährung, schlechte Tagesstrukturen, zu viel Stress, zu wenig Bewegung….
Genau diese Punkte geben die besten Ansatzpunkte für ein besseres Leben – ohne Arzt und Medikamente – einfach dadurch, jeden Tag eigenständig unser Leben ein bisschen besser zu machen. Unsere Selbstheilungskräfte bieten oft eine bessere Chance gesund zu werden bzw. zu bleiben, als die teuerste Medizin. Natürlich benötigen sie die richtige Grundlage für ihre Entfaltung.  Ein bisschen Anstrengung, die sich lohnt – in jedem Falle.

 

NN vom 17. Februar 2015

In einer Online-Umfrage hält die Mehrheit der Befragten Bio-Siegel nicht für eine zweifelsfreie Informationsquelle. Ein“ zweifelsfrei“ wird sicherlich nie zu erreichen sein, ganz einfach schon deshalb, weil Menschen, die in der Bio-Branche arbeiten, auch falsche Entscheidungen bzw. anders ausgedrückt, mehr dem Profit zugewandte Entscheidungen treffen können.

Auch wenn es Untersuchungen gibt, dass konventionell angebautes Obst und Gemüse genau so viel Vitamine bzw. Mineralien enthält wie Bio-Ware, ist es doch mit Sicherheit unstrittig, dass durch weniger Gifteinsatz ( z. B. durch Spritzmittel) Bio-Ware auf jeden Fall weniger belastet ist. Noch deutlicher ist der Vorteil beim Fleischverzehr von Tieren, die auf unserem Speiseplan stehen. Der Medikamenten- und Antibiotika-Einsatz in Bio-zertifizierten Ställen ist streng geregelt. Jede Dosis Gift, die damit nicht in unseren Körper gelangt, kann uns nicht schaden. Mit der Entscheidung für BIO leisten wir noch einen wertvollen Beitrag dazu, dass diese Tiere ein möglichst artgerechtes Leben ohne unnötige Qualen leben dürfen. Die Entscheidung muss nicht immer BIO sein, aber umso öfter umso besser – für uns und unsere Umwelt.

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Der BGH hat geurteilt: Der Werbeslogan „So wichtig wie das tägliche Glas Milch“ für den Früchtequark „Monsterbacke“ ist grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die Verbraucher wüssten ja, dass Früchtequark viel Zucker enthält.
Wussten Sie das? In meiner täglichen Praxis höre ich oft den Satz: Wenn es ungesund wäre, würde es nicht verkauft werden. Mit dieser Meinung verlieren wir jeden Tag ein bisschen mehr unsere Gesundheit.
In ein paar Stunden Ernährungsberatung erfahren Sie, wie Sie täglich mit den optimalen Entscheidungen gut für sich und Ihre Familie sorgen. Oder wissen Sie genau, ob das tägliche Glas Milch nun tatsächlich gesund ist – oder etwa nicht?

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BUND warnt vor "Chemie-Cocktail"

In vielen Kosmetikprodukten stecken hormonell wirksame Substanzen, warnt der BUND Etliche Mittel zur Körperpflege enthalten hormonell wirksame Chemikalien. Sonnencreme, Shampoo, Bodylotion, Zahnpasta oder Lippenstift - zusammengenommen könnten die Kosmetika gefährlich werden. Der Bund Naturschutz weist auf ein erhöhtes Krebsrisiko und Probleme für Kleinkinder hin. Viele Kosmetikprodukte enthalten Stoffe, die ähnlich wie Hormone wirken. Das zeigt eine Studie des Bundes für Naturschutz Deutschland (BUND). Damit gefährdeten die Mittel möglicherweise die Gesundheit der Verbraucher. Mehr als 62.000 Produkte hat der Bund auf 16 Inhaltsstoffe überprüfen lassen, die in Tierversuchen ihre Hormonwirkung gezeigt haben. Eine chemische Analyse war dafür nicht notwendig. Schließlich müssen die Unternehmen angeben, was sie verwenden. Der Schweizer Verein Codecheck.info hat für zehntausende Produkte die Inhaltsstoffe aufgelistet. Und für den BUND haben die Schweizer die Kosmetika-Informationen in ihrer Datenbank nun durchsucht. Wie der BUND berichtet, wurde der Verein bei fast jedem dritten Artikel fündig. 15 der 16 gesuchten Substanzen kommen in den Produkten vor. Vor allem bestimmte Konservierungsmittel, Parabene, sind demnach weit verbreitet. Sie sollen das Wachstum von Mikroorganismen wie Bakterien verhindern, wirken aber ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen und können offenbar über die Haut in den Körper eindringen. Sorgen bereiten dem BUND die Substanzen, weil sie das Risiko für verschiedene Formen von Krebs erhöhen und sich schädlich auf die Entwicklung von Kleinkindern und Ungeborenen auswirken können. Auch gelten sie als eine Ursache für den Rückgang der Spermienqualität. Zwar wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte in den einzelnen Produkten nicht überschritten. Doch zum einen sind in jedem fünften Produkt gleich mehrere solcher Stoffe enthalten. Zum anderen verwenden Verbraucher an einem einzigen Tag häufig eine ganze Reihe von Kosmetika - von Duschgel, Gesichtscreme, Shampoo, Seife über Haarwachs, Rasierschaum, Sonnenschutzmittel bis zu Zahnpasta, Lippenstift und Wimperntusche. Es ist also ein ganzer "Cocktail" von Chemikalien, dem wir unseren Körper aussetzen. Und in der Kombination könnten die Mengen doch gefährlich sein, warnt die Autorin der Studie, Sarah Häuser. Das will man auch beim Umweltbundesamt (UBA) nicht ausschließen. Solche Cocktaileffekte seien bislang nicht wissenschaftlich untersucht, sagte Andreas Gies vom Umweltbundesamt Zeit online. "Das ist ein ganz grundsätzliches Problem des Chemikalienrechts."
Bei den Marktführern von Kosmetika traten hormonell wirksame Substanzen am häufigsten in
Produkten der Firmen Beiersdorf und Procter & Gamble (jeweils 46 Prozent), L'Oréal (45 Prozent) und
Cosnova (44 Prozent) auf. Bei Artikeln von Coty, Henkel, Rossmann und Mibelle lag der Anteil
zwischen 39 und 22 Prozent der Kosmetikartikel.
Spitzenreiter war die Firma Basler Haar-Kosmetik mit 72 Prozent. Aber auch Hersteller aus dem
Hochpreissegment waren dem BUND zufolge stark betroffen. So enthielten 66 Prozent der Produkte
von Chanel und 50 Prozent bei Shiseido die gesuchten Chemikalien. Bei Unilever respektive dm war
der Anteil mit 19 bzw. 17 Prozent dann nur noch relativ klein.
Es geht auch ohne
Dass es aber auch ganz ohne solche Chemikalien geht, zeigen die großen Naturkosmetik-Firmen
alva, Laverana, Logocos, Martina Gebhard und Weleda. Bei ihnen fanden die Schweizer keine der
gesuchten Substanzen.
Einige der vom BUND kritisierten Unternehmen weisen die Vorwürfe von sich. So erklärte Beiersdorf
in einem Brief an Zeit online, Parabene seien besonders wirkungsvolle Konservierungsstoffe und
gleichzeitig gut verträglich. Befürchtungen, sie würden Krebs verursachen oder die Fortpflanzung
beeinträchtigen, hätten sich als unbegründet erwiesen. Ähnlich äußerte sich Procter & Gamble.
Dem BUND zufolge ist es jedoch gar nicht notwendig, auch nur das Risiko einzugehen, das von den
Substanzen ausgeht. Denn es gibt etwa zu den Parabenen Alternativen. Immer mehr Hersteller
würden ihre Produkte als "frei von Parabenen" bewerben, heißt es im Bericht der Organisation. "In
Dänemark verzichteten viele Hersteller nach Protesten von Verbraucherschutzorganisationen auf
Parabene und andere hormonell wirksame Stoffe. Insbesondere Drogeriemärkte und andere
Einzelhandelsketten reagierten dort und stellten ihre Produktion um."
Auch bei den UV-Filtern in Sonnenschutzmitteln gebe es die Möglichkeit, auf die hormonell wirksamen
Substanzen zu verzichten. Statt chemische Filter wie OMC zu verwenden, könnte auf mineralische
Filter wie Titandioxid oder Zinkoxid zurückgegriffen werden - zumindest bei gesunder Haut.
Für die Kosmetikindustrie geht es dem BUND zufolge um ein "Riesengeschäft". Schließlich lagen die
Ausgaben für Körperpflege- und Kosmetikprodukte in Deutschland 2012 bei 12,9 Milliarden Euro.
"Wer so viel Umsatz generiert, sollte auch in der Lage sein, sichere Produkte anzubieten", schreibt
Häuser. "Wir erwarten von den Kosmetikherstellern, dass sie Verantwortung übernehmen und nicht
warten, bis hormonell wirksame Substanzen durch die Politik verboten werden."
Damit sich Kunden möglichst leicht darüber informieren können, ob Produkte hormonell wirksame
Substanzen enthalten, hat der BUND mit ToxFox eine App für iPhone und iPad entwickelt. Für die
entsprechende Auskunft muss lediglich der Strichcode auf einer Verpackung eingescannt werden.
Bislang funktioniert das für mehr 60.000 Artikel, derzeit allerdings nur mit dem Betriebssystem iOS.
Auskunft erhält man auch über bund.net/toxfox.
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/kosmetika-bund-warnt-vor-chemie-cocktail-1.1729562

 

 

 

Wissenswertes von Dr. Funfack Gerade jetzt während der heißen Jahreszeit ist es sehr wichtig, darauf zu achten, dass genügend getrunken wird! Als allererste Wahl hat sich dabei frisches Wasser herausgestellt, Cola, Fanta & Co schneiden hier sehr viel schlechter ab! Softdrinks machen Kleinkinder aggressiv In einer Querschnittsstudie im Journal of Pediatrics (Online) neigten Fünfjährige, die vier oder mehr Erfrischungsgetränke täglich konsumieren, doppelt so häufig zu einem aggressiven Verhalten. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit den Inhaltsstoffen der Softdrinks gibt, ist nicht bekannt. In keinem anderen Land werden so viele industriell erzeugte Erfrischungsgetränke verkauft wie in den USA. Wasser schmeckt dort auch Kleinkindern nicht, und Shakira Suglia von der Mailman School of Public Health in New York war nicht überrascht, dass • 43 % der Fünfjährigen mindestens einmal am Tag ein Süß- und Sodagetränk, • 4 % dieser Kinder hatten sogar vier Getränke oder mehr pro Tag getrunken. Die Zahl stammt aus der Fragile Families and Child Wellbeing Study, die etwa 3000 Kinder aus den sozial benachteiligten Innenstadtbereichen mehrerer US-Großstädte begleitet und deshalb nicht unbedingt repräsentativ für die USA sein muss. In der Studie wurden die Mütter nicht nur nach den Ernährungsgewohnheiten in der Familie befragt. Sie gaben auch in einer Child Behavior Checklist an, ob ihr Kind zu problematischen Verhaltensweisen neigt. Hier gaben die Mütter an, dass • Kinder mit vier oder mehr Erfrischungsgetränken am Tag doppelt so häufig Gegenstände anderer zerstören, sich häufiger streiten oder andere Menschen körperlich angreifen. Laut Suglia zeigen Kinder mit einem hohen Softdrinkkonsum auch häufiger • Aufmerksamkeitsstörungen oder ein zurückgezogenes Verhalten. Als Querschnittsstudie kann die Untersuchung keine Kausalität herstellen. Ähnliche Assoziationen seien jedoch auch bei Jugendlichen beobachtet worden, berichtet Suglia, die eine Reihe anderer Ursachen ausschließen kann. Die Einschränkung des Konsums von Softdrinks könnte ihrer Ansicht nach jedoch ein Mittel gegen Verhaltensstörungen bei Kindern sein. Anerkennung von Adipositas als Krankheit! Im letzten Monat hat sich die American Medical Association (AMA) dafür entschieden, Adipositas als eine Krankheit anzuerkennen. Warum entschied sich die AMA dafür, dass Adipositas eine Krankheit ist? Ich habe geglaubt, dass es mit Forschung oder der Empfehlung von einem Unterausschuss verbunden gewesen ist, aber das ist nicht der Fall gewesen, so ein Kommentator aus den USA. Weiter ist er der Ansicht, dass es eine Entscheidung war , die gegen die Empfehlungen der Wissenschaftler und des öffentlichen Gesundheitswesens getroffen worden ist. Wenn das schon so ist, dann aber warum? Es läuft aufs Geld hinaus. Obesitologen (wenn es diese Spezialisierung überhaupt gibt! ) müssen hier durch gute Lobbyarbeit bei der AMA Einfluss genommen haben. Hauptgrund wird wohl sein, die Zahlung für die beiden neuen Adipositasmedikamente zu fördern, die zufälligerweise gerade auf den Markt gekommen sind. Lasst doch die bariatrischen Chirurgen ran, sie heilen Adipositas und Typ-2 Diabetes mit dem Messer! Das Krankenhaus, für das ich arbeite, so schreibt er weidter, hat bereits eine "bariatrische Produktlinie" und zusätzlich gibt es jetzt auch noch Medikamente. ich kann mit dieser Änderung nicht übereinstimmen! Keinesfalls glaube ich, dass Adipositas als Krankheit betrachtet werden sollte! • Ich glaube ja auch nicht, dass das Rauchen eine Krankheit ist. • Ich glaube nicht, dass Müßiggang eine Krankheit ist. • Ich glaube nicht einmal, dass schlechte Hygiene eine Krankheit ist, Alles das sind Risikofaktoren für wirkliche Krankheiten! • Ich glaube auch nicht, dass gerade die amerikanischen Versicherungsgesellschaften bereit sind, mehr zahlen, wo sie doch eher immer wieder nach Möglichkeiten suchen, wie sie im Schadensfall weniger oder besser gar nicht bezahlen müssen. Fragwürdiger ADHS-Test von FDA zugelassen! Die Entscheidungen der Food and Drug Administration (FDA) sind nicht immer transparent. Wieder einmal wurde gute Lobbyarbeit geleistet, wie bei der Anerkennung der Adipositas als Krankheit! So wurde ein Gerät zugelassen, das die Diagnose von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperak¬tivitätsstörung) mit Hilfe einer EEG-Analyse unterstützen soll. Hersteller ist die Firma NEBA Health aus Augusta im US-Staat Georgia. Sie verfügt derzeit nicht einmal über eine Homepage. Bei der Websuche stößt man nur auf den Bericht einer Lokalzeitung. Dort stellt der Firmengründer Howard Merry sein Gerät vor. Immerhin scheint es die Firma und das Diagnosegerät zu geben. Doch was leistet es? Die Zulassung beruht auf den Ergebnissen einer klinischen Studie an 275 Patienten, bei denen der „Neuropsychiatric EEG-Based Assessment Aid“ (NEBA) die diagnostische Treffsicherheit verbessert haben soll. Die Angaben in der Pressemitteilung der FDA bleiben dürftig, die zugrundeliegende Studie ist nicht publiziert, obwohl sie bereits Mittel Juni 2008 beendet wurde. In Medline gibt es keine Studien, die eine EEG-Diagnose der Erkrankung stützen und die meisten Psychiater sind überzeugt, dass die Erkrankung klinisch zuverlässig gestellt werden kann. Was ist denn hier los? Sind die Verantwortlichen der AMA und der FDA gerade im Sommerurlaub? Mit freundlichen Grüßen Ihr Dr. med. Wolf Funfack Wissenswertes von Dr. Funfack Sogar in gesunden Hähnchen Nachweis von antibiotika¬resistenten Keimen! Bei zahlreichen gesunden Schlachthähnchen sind von Wissenschaftlern der „Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover“ antibiotikaresistente Keime nachgewiesen worden. Sie untersuchten 120 Proben von geschlachteten Tieren aus vier verschiedenen Herden. • Bei fast 90 Prozent davon entdeckten sie Bakterien, die sich als resistent gegenüber herkömmlichen Antibiotika erwiesen. Wenn auch die Untersuchung nicht repräsentativ ist, gibt sie doch einen Hinweis, dass es nicht gerade selten vorkommt“. Nicht untersucht wurde in der Studie, woher diese resistenten Keime kommen. „Sicherlich ist der Einsatz von Antibiotika eine theoretische Möglichkeit“, erklärte der Studienleiter Günter Klein. Die Resistenzen könnten aber auch auf die Umgebung zurückzuführen sein. „Stäube und Insekten kommen z.B. als Überträger theoretisch in Frage“, sagte der Wissenschaftler. Die Bakterien an sich kämen in jedem gesunden Hähnchen vor, dann könnten sie zu Resistenzen führen. Die untersuchten Schlachthähnchen galten als gesund und stammten aus konventionellen Betrieben. Es gab für sie eine „Schlachterlaubnis ohne Auflagen“. Ob sie im Laufe ihres Lebens mit Antibiotika behandelt wurden, ist unklar. Jüngst hatten Wissen-schaftler, ebenfalls aus Hannover herausgefunden, dass • ein Masthähnchen in Deutschland im Schnitt an 10 seiner 39 Lebenstage Antibiotika erhält. Ein Großteil der resistenten Bakterien wird Klein zufolge bei der Schlachtung entfernt. • Wie das geschehen soll habe ich leider nicht herausgefunden! Wichtig sei eine gute „Schlachthygiene“. Es müsse sichergestellt sein, dass die Keime nicht verbreitet werden. Für gesunde Menschen seien die resistenten Bakterien kein Problem, bei Schwerkranken könnten sie aber dazu führen, dass Antibiotika nicht mehr wirken. Die Studie soll dazu beitragen, antibiotikaresistente Keime zu bekämpfen. Mit freundlichen Grüßen Ihr Dr. med. Wolf Funfack Wissenswertes von Dr. Funfack !Heute gibt es gleich 2 Themen! - Hat der Body-Maß-Index als Kriterium für bariatrische Operationen bald ausgedient? - Gendiagnostik: Fluch der Information Lebensmittelkonzerne und bariatrische Chirurgen arbeiten wohl Hand in Hand! Während Automobil- und Computerkonzerne, schier unbegrenztes Wachstum haben, ist das Wachstum der Lebensmittelindustrie durch die Größe des menschlichen Magens stark limitiert! War bei den alten Römern der Magen zu voll, kitzelten sie sich mit einer Pfauenfeder am Gaumen, um Erbrechen auszulösen, so konnte der Magen anschließend wieder neu gefüllt werden. Sehr viel eleganter arbeitet da die bariatrische Chirurgie! Die Speiseröhre wird kurz vor dem Mageneingang abgetrennt und weit hinter dem Magenausgang mit dem Dünndarm verbunden. So wird der limitierende Magen umgangen, die Speisen werden, weil nicht ausreichend verdaut, nicht vom Körper aufgenommen, sondern landen direkt über den Darmausgang in der Toilette. Das unangenehme Erbrechen entfällt. Ein großer Teil der Weltbevölkerung leidet unter lebensbedrohlichem Hunger. Diese Menschen wissen nicht, womit sie täglich ihren Magen füllen sollen. Ein anderer Teil der Menschheit lässt sich für teures Geld, von Versicherungen bezahlt, den Magen verkleinern, damit sie auf Völlerei nicht verzichten müssen. Was hat sich da die Medizin zur neuen Aufgabe gemacht? Bisher hat der BMI bestimmt, ab wann so eine Operation von der Krankenkasse übernommen wird. Jetzt sollen neue Kriterien aufgestellt werden, damit diese Operation schon präventiv eingesetzt werden kann, so die Ergebnisse auf dem 5. internationalen Kongress "Prädiabetes und Metabolischem Syndrom" (PDMS) vom 18. - 20. April 2013 in Wien. Hier eine Zusammenfassung: Immer mehr Studien belegen, dass die bariatrische Chirurgie kardiovaskuläre Risikomarker verbessern kann, etwa einen Typ-2-Diabetes oder ein metabolisches Syndrom. Außerdem zeigt sich immer deutlicher, dass die günstigen Effekte auf den Stoffwechsel kaum vom Ausgangs-BMI der Betroffenen abhängen. Einige Fachleute fragen sich inzwischen deshalb, ob nicht manche Betroffene durchaus früher von der Operation profitieren könnten. Aktuell gilt jedoch – in Deutschland wie auch in den USA –, dass Patienten erst mit einem BMI von mehr als 40 kg/m2 für bariatrische chirurgische Eingriffe in Frage kommen; bestehen gleichzeitig kardiovaskuläre Risikofaktoren oder Adipositas-assoziierte Folgeerkrankungen, etwa eine koronare Herzkrankheit, wird ein Eingriff bereits bei einem BMI von 35 kg/m2 empfohlen. Die einschlägige Deutsche Leitlinie ist in einem Punkt sogar etwas großzügiger: Bei einem bestehenden Typ-2-Diabetes kann die Indikation zur Operation bereits bei einem BMI ab 30 kg/m2 gestellt werden. „In den USA haben die meisten Menschen mit Diabetes einen BMI zwischen 25 und 35, so dass nach den aktuellen Kriterien ein entsprechender Eingriff für sie nicht infrage kommt“, benannte Dr. Philip Schauer von der Cleveland Clinic im US-Bundesstaat Ohio auf dem Kongress Prädiabetes und Metabolischem Syndrom (PDMS) in Wien das Dilemma bei der Indikationsstellung. Der Frage, ob bestimmte metabolische Kriterien bei der Patientenauswahl für bariatrische Eingriffe eine größere Rolle spielen sollten, wurde dort reichlich Aufmerksamkeit gewidmet. Die Adipositaschirurgie begann als Ultima ratio zur Gewichtsabnahme Wie Dr. Philip Schauer von der Cleveland Clinic im US-Bundesstaat Ohio erklärte, war „die bariatrische Chirurgie ursprünglich dazu gedacht, bei massiver Adipositas eine Gewichtsabnahme herbeizuführen, die schon allein einen gesundheitlichen Nutzen darstellt.“ Bei Patienten und Patientinnen mit Diabetes „haben wir heute jedoch ein anderes Ziel. Insbesondere bei Diabetikern mit geringerem BMI ist die Gewichtsabnahme nur zweitrangig. In erster Linie geht es um eine bessere Einstellung des Blutzuckers, des Blutdrucks und der Lipide. Das Problem dabei: die Eignungskriterien für die bariatrischen Eingriffe beruhen auf dem BMI“, so Schauer weiter. Dass dies für den Nutzen nicht entscheidend ist, zeigten auf dem Expertentreffen in Wien jene Wissenschaftler, die an der berühmten schwedischen SOS-Studie (Swedish Obese Subjects) beteiligt waren. Diese vor mehr als 20 Jahren begonnene prospektive Fall-Kontroll-Studie mit mehr als 3.000 Personen schloss auch Patienten ein, die den heutigen BMI-Kriterien nicht genügten. Aber: Diese profitierten im Hinblick auf kardiovaskuläre und metabolische Kriterien ähnlich wie die deutlich schwereren Patienten. Und noch etwas wurde deutlich: Während der Ausgangs-BMI gerade keinen Zusammenhang mit dem Ergebnis des Eingriffs zeigte, prognostizierte der Ausgangs-Insulinspiegel für sich genommen Mortalität und kardiovaskuläre Ereignisse. In der SOS-Studie wiesen adipöse Patienten, die sich einer bariatrischen Operation unterzogen, über einen Zeitraum von 15 Jahren eine dramatisch geringere Inzidenz von Diabetes auf. Diese Studie trug maßgeblich dazu bei, dass die bariatrische Chirurgie als ein Verfahren etabliert wurde, das mehr als eine reine Gewichtsabnahme bewirken kann. In den Beiträgen auf dem PDMS-Kongress wurde auch über eine neuere Studie mit etwa 400 Patientinnen und Patienten berichtet, die den Schluss zulässt, dass ein bariatrischer Eingriff nicht nur einen Diabetes in die Remission zwingen, sondern auch Prädiabetes beseitigen kann. Nach diesen Ergebnissen würde bereits das Bestehen eines Prädiabetes genügen, um den Eingriff bei Patientinnen und Patienten mit einem geringeren BMI zu rechtfertigen. Ein sehr guter und hilfreicher Kommentar zum Thema Gentechnik ist für mich der Beitrag in "medscapeDeutschland" Gendiagnostik: Fluch der Information Im Zweifel leidet man bereits am schieren Wissen - eine Genanalyse macht oft aus ganz normalen Menschen potenzielle Patienten. Denn mit Hilfe von Gentest lassen sich Wahrscheinlichkeiten errechnen, im Laufe des Lebens zum Beispiel an Mukoviszidose, an bestimmten Krebsarten oder anderen oft tödlichen Leiden zu erkranken. Aber was dann? Der Deutsche Ethikrat hat in seiner jüngsten Stellungnahme in 23 Thesen dringend dazu geraten, unter anderem „Information, Aufklärung und Beratung“ vor und nach Gentests zu verbessern. Welche enormen Konsequenzen ein Gentest haben kann, zeigt dieser Tage die US-Schauspielerin Angelina Jolie. Sie hat sich beide Brüste amputieren lassen, nachdem ein Gentest offenbart hatte, dass bei ihr Mutationen von 2 tumorunterdrückenden Genen vorliegen – BRCA1 und BRCA2. Damit habe sie ein Brustkrebsrisiko von 87% und ein Eierstockkrebsrisiko von 50%, schreibt Jolie in der New York Times vom 14. Mai. Zudem ist ihre Mutter mit 56 Jahren an Brustkrebs gestorben. Auch deshalb hat sich die Schauspielerin zur Amputation entschlossen. „Meine Chancen Brustkrebs zu entwickeln, sind jetzt ... auf unter 5% gesunken“, so Jolie. Nicht mehr gesund und noch nicht krank „Wesentlich ist, dass wir immer die Aufklärung durch Mediziner fordern, unabhängig davon, ob der Gentest aus medizinischen oder anderen Gründen vorgenommen wurde.“ Bei derart eindeutigen Risiken helfe die Gendiagnostik, Krankheiten vorzubeugen, sagt Wolf-Michael Catenhusen aus Berlin, Leiter der 13-köpfigen Arbeitsgruppe „Gendiagnostik“ im Ethikrat, gegenüber Medscape Deutschland. „Aber was passiert, wenn das Risiko für eine bestimmte Erkrankung bei 10 oder 15% liegt?“ Wer laut Gentest ein Risiko trägt, gehört zunächst einmal zu einer bestimmten Gruppe. „Das sagt aber noch nichts über das persönliche Risiko aus“, so Catenhusen. Manche Gendiagnosen liefern nur einen Mosaikstein zu einem möglichen Krankheitsbild: „Viele bekannte Faktoren – andere Genvarianten, ethnische Zugehörigkeit oder Geschlecht und vermutlich eine große Anzahl weiterer unbekannter Faktoren – beeinflussen das Erkrankungsrisiko.“ Der leichtere Zugang zu genetischen Analysen und die erweiterten Möglichkeiten dieser Analysen schaffen aber für Menschen, die ihre Gene mit positiven Befunden analysieren ließen, manchmal einen neuen Zustand zwischen Krankheit und Gesundheit. Er könne sich auf die Selbstwahrnehmung und die sozialen Beziehungen „destruktiv“ auswirken, so die Warnung. So kann das Wissen um die Gene zum Fluch werden. Es stellt sich die Frage, „ob solche Tests überhaupt Sinn machen“, kommentiert Catenhusen. Der Ethikrat hat deshalb gefordert, die Bevölkerung besser über die Aspekte der Gendiagnostik zu informieren – auch über ihr Recht auf Nichtwissen. Nicht nur bei unklaren Prognosen, sondern auch bei gar nicht erwarteten Nebenbefunden seien vom Gendiagnostikgesetz höhere Standards bei der Aufklärung zu fordern, so die Experten vom Ethikrat. „Wesentlich ist, dass wir immer die Aufklärung durch Mediziner fordern, unabhängig davon, ob der Gentest aus medizinischen oder anderen Gründen vorgenommen wurde“, so Catenhusen. Mehr noch: Der Ethikrat fordert immer eine Face-to-Face Aufklärung, also ein persönliches Gespräch. Hintergrund der Forderung sind auch die so genannten Direct to consumer-Angebote (DTC-Angebote). Marktführer in den USA ist die Firma 23andMe. „Dort können Sie heute für 199 Dollar 57 gesundheitsrelevante Faktoren erheben lassen, darunter aber auch Brustgröße und Haardichte“, erläutert Catenhusen. In Deutschland bietet etwa die Firma Bio.logis über das Internet das Paket „carrier“ an, das für 349,50 Euro die Anlagen zu Erbkrankheiten entdecken können soll. Motto: „Life is information“. Gendiagnostik braucht Beratungsexperten Mitunter würden die Ergebnisse von den Anbietern „ohne Hinzuziehung eines Arztes“ mitgeteilt, kritisiert der Rat. Im Zweifel werden die Kunden also mit schwerwiegenden Analysen allein gelassen. „Bei uns ist immer ein Facharzt der Humangenetik dabei“, versichert indessen Maike Post, die Marketingleiterin bei Bio.logis. Die Beratung werde allerdings auf Wunsch der Kunden angeboten, sei also nicht Teil etwa des Analyse-Paketes. „Bio.logis unterläuft mit dieser Ausschlussoption eigentlich den Geist des Gendiagnostikgesetzes“, meint denn auch der stellvertretende Vorsitzende des Ethikrates, der Theologe und Ethiker Prof. Peter Dabrock von der Universität Erlangen. Tatsächlich arbeitet DTC in Deutschland womöglich in einer rechtlichen Grauzone. Der Rat will deshalb im Gendiagnostikgesetz Aufklärung und Beratung in Form eines persönlichen face to face-Gesprächs verankern: Die Bundesregierung soll „die Initiative ergreifen, EU-weite gemeinsame Regelungen zum Schutz der Patienten und Verbraucher vor DTC-Tests zu veranlassen“. Dabrock hätte der Bundesregierung gerne ins Stammbuch geschrieben, sie möge in der Gendiagnostik für einen neuen Typ Berater sorgen. „Eigentlich brauchen wir hier ein multiprofessionelles Team, zu dem neben Ärzten auch Berater für psychosoziale Auswirkungen genetischer Diagnostik gehören“, sagt Dabrock. So würden die konkreten Lebensumstände der Ratsuchenden intensiver bedacht werden können als mit den vielfach überlasteten Humangenetikern. „Wer weiß, vielleicht wird man so auch zu dem Ergebnis kommen, bestimmte Dinge nicht wissen zu müssen?“ Allerdings konnten sich die Ratsmitglieder nur zu der Empfehlung durchringen, die Regierung möge die Erfahrungen anderer Länder, die solche Berater kennen, auswerten. So besteht weiter die Gefahr, dass Ratsuchende mit unklaren oder erschreckenden Ergebnissen eines Gentests alleine dastehen. Dabrock sieht in der neuen und offeneren Situation aber auch Chancen: „Wir sollten die Gendiagnose entmythologisieren und mit dem Paradigma des Determinismus brechen – und dann nüchtern die begrenzten Vorteile der Gendiagnostik würdigen“, meint der Theologe. Wenn man sich die sehr komplexen Bedingungen von Krankheiten und ihrer Entstehung vergegenwärtige, könne einem deutlich werden, dass niemand perfekt ist und sein müsse. „Es kann doch eine neue Form der Solidarität entstehen, wenn uns klar wird, dass wir alle Anlagen in uns tragen, die bei uns oder unseren Kindern zu Krankheiten führen können. Auch in diese Richtung zu denken, könnte uns die neue Entwicklung der Gendiagnostik lehren“, sagt Dabrock. und oben drauf: Patentstreit um Brustkrebs-Gen In der Debatte um Angelina Jolies vorsorgliche Amputation beider Brustdrüsen aufgrund eines Risikogens rückt nun ein weiterer Aspekt in den internationalen Fokus: Der juristische Streit um die US-Biotechfirma Myriad Genetics, die Anspruch auf ein Patent auf das Gen erhebt. Im Juni will das Oberste Gericht entscheiden, ob das Unternehmen das Patent behalten darf. Konkret geht es um die Gene BRCA1 und BRCA2. Etwa 0,2 Prozent der Frauen weltweit tragen eine BRCA-Genmutation in sich, ihr Brustkrebsrisiko liegt damit bei etwa 80 Prozent. Zum Vergleich: Frauen ohne diese Mutation haben ein Risiko von etwa zehn Prozent. Auch Eierstockkrebs kann auf BRCA-Mutationen zurückgehen. „Die zentrale Frage ist, ob Myriad irgendetwas erfunden hat“, sagt Sandra Park von der US-Bürgerrechtsorganisation ACLU. Gemeinsam mit Forschern, Medizinern und betroffenen Frauen argumentiert sie, dass das Myriad-Monopol auf das Gen die Forschung dazu behindert und das Angebot von konkurrierenden Tests verhindert. Bislang ist Myriad das einzige Unternehmen, das den Test zur Erkennung des mutierten Gens anbietet. Laut Angelina Jolie kostete der Test 3.000 Dollar (2.300 Euro). Dies stelle für viele Frauen eine unüberwindbare Hürde dar, kritisierte sie in ihrem Artikel in der „New York Times“, mit dem sie ihren Eingriff öffentlich machte. Das Unternehmen Myriad gibt an, 500 Millionen Dollar in die Entwicklung des Tests investiert zu haben. Unternehmenssprecher Ron Rogers sagt, er biete „höchste Qualität“ und „schnellste Resultate“. Myriad weist zudem darauf hin, dass bei 95 Prozent der US-Patienten die private Krankenversicherung die Kosten zum größten Teil übernimmt. Die Biotech-Firma, die das Gen vor Jahren identifizierte, beruft sich zudem auf das US-Patentgesetz, wonach in den USA bereits 3.000 ähnlich geartete Patente vergeben wurden. © afp/aerzteblatt.de Mit freundlichen Grüßen Ihr Dr. med. Wolf Funfack